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RdGA Tag 9 – Bergün – Edelweißspitze

Mehr als erholt, hoffte ich das sich das Wetter gebessert hat und mir wie die Woche zuvor die Sonne ins Auge stechen wird, wenn ich die Vorhänge aufmachte. Leider aber war der Himmel noch immer Wolken behangen, wenigstens der Regen war weg. Aber ich freute mich auf tolle Pässe und meinen Freund Andreas heute auf der Edelweißspitze zu treffen.

Der Albulapass hat eine 4 von 5 Sternen Bewertung (Link), jedoch erlaube ich mir heute keine Wertung dessen, denn ich bin nur froh, daß ich überhaupt was sehe bzw. heil oben bei knappen 2°C angekommen bin.

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Offenbar bin ich einfach viel zu früh gestartet, denn auf der Ostseite des Passes, wurde es bereits sonniger und die Aussicht besser. Kurz vor dem Lago Bianco machte ich dieses nette Foto, daß schon fast Postkartenqualität hätte, würden die Wolken der Sonne weichen.

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Rückblickend war es am Berninapass zwar windig und recht kühl, dennoch freu ich mich, daß ich diesmal ein Foto ohne Helm habe und offenbar besser gelaunt bin als vor einer Woche als ich hier in die Gegenrichtung fuhr.

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Auf dem Weg zum Stilfser Joch, das ich unbedingt von der Seite Bormios sehen und anfahren wollte, passierte ich vorher die Grenze am Forcola di Livigno und danach der Passo d’Eira.

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Nun sollte das Stilfser Joch / Passo dello Stelvio, die „Königin aller Passstraßen“ folgen und diesmal von der angeblich spektakuläreren Seite aus. – Ja, der Pass hat schon was zu bieten.

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Rückblickend muß ich sagen, daß ich den Jungs von Top Gear nicht recht geben kann, bei der Auswahl der „World’s best driving Road“ (Link) da es meist nur Gas-Bremen-Gas in sehr kurzen Abständen ist und für mich die Straße nicht gesperrt wurde und ich mit hunderten Ausflüglern kämpfen musste. – Dennoch sollte man diese Straße gesehen haben.

Nach dem Mittagessen auf dem Stilfer Joch, geht es weiter zum vorletzten meiner Top 10 Alpenpässe, dem Passo di Gàvia bzw. Gaviapass. – Wie soll man ein Foto mit der Anzeige Tafel machen, wenn diese vollgeklebt ist, dann weiß ja keiner wo das aufgenommen ist, tztz.

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Somit fehlt mir nur noch das Hochtor am Großglockner, also weiter geht’s durch die Dolomiten richtung Österreich. Eine sehr schöne Fahrt war es vom Passo del Tonale in Richtung Lana und Meran.

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Ein rechts kommendes Auto, schaute offenbar nur nach rechts und startete los, ohne zu sehen, daß ich von links komme. Das Auto verfehlte meinen Hinterreifen nur um Haaresbreite. Nochmals Glück gehabt!

Am Jaufenpass bemerkte ich, daß es mit 18Uhr sicherlich zu spät ist, jetzt noch gemühtlich durch die Dolomiten zu fahren, daher hatte ich beschlossen, die Edelweißspitze nun direkt anzufahren. Aber was musst ich da lesen, noch 2 1/2 Stunden bis zum Ziel.

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Um 19:30 betrat ich wieder Österreichischen Boden und kontaktierte mal meinen lieben Freund Andreas, ob der schon losgefahren ist. *hihi*

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Zwar gut angekommen, schilderte er mir, welche Odysee er heute (wegen mir) erlebte und er bereits auf der Edelweißspitze angekommen ist. – Gestern dem besten Freund Druck gebacht weil er nicht kommen wollte und heute dafür ein schlechtes Gewissen haben, das zahlt sich nicht aus.

Notitz an mich:

Was du nicht willst, daß man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu. – Also dräng niemanden, sonst hast ein schlechtes Gewissen und musst im Internet auch noch das lesen: Auf geht’s / ON-Tour Tag 3

Und ich durfte hierfür auch gleich Buße tun. Ich schaffte es 10min bevor die Einfahrt zur Großglockner Hochalpenstrasse zusperrte die Einfahrt. Die Kassiererin lachte nur als ich Ihr sagte, daß ich jetzt noch auf die Edelweißspitze fuhr und merkte an, daß es saukalt wird und man auf Grund des Nebels nix sehen wird.

„Na Bravo!“ Dachte ich, wer hat denn diese Scheiss-Idee gehabt, daß wir uns im Romantik äh Komfortzimmer treffen? – Behalts für Dich, dachte ich nur, der Andi ist für Dich bei Regen durch halb Österreich gefahren. Also Klappe halten, Arschbacken zusammenkeifen und weiter geht’s.

Ab der hälte cirka, war es nicht nur saukalt (Anmerkung: 1,5°C), ich hab dann auch nie weiter als 20/30m gesehen. Eigentlich hätte ich mir schon erwartet, daß der Andreas mit einem Suchtrupp mir entgegenkommt, aber nix, muttersehlen alleine, kurfte ich am Hochtor vorbei, obwohl ich doch mein letztes Foto bräuchte, fuhr ich weiter. Die letzten Serpentienen auf die Edelweißspitze hatten es in sich, permanente Selbstblenung durch den Nebel. War ich 2 Jahre zuvor an einem Augusttag der erste der auf die Edelweißspitze fuhr, so war ich heute der letzte.

Erleichtert angekommen, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit meinem Freund und eine warme Suppe vom Hüttenwirt.

Ich habs getan! // Meine erste kleine Tour

Beim neuen Windows7 habe ich mir natürlich das Österreich Theme ausgewählt, wobei eines Tages ein faszinierender Hintergrund zu sehen war:

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Damals dachte ich mir: „Da will ich hin, dass will ich selbst sehen“, nach kurzer Recherche, fand ich raus, das es sich um die Grossglocker Hochalpenstrasse handelt.

Eine vorgeplante Tour war schon vorhanden: Nockalmstrasse, Dachstein Gletscher, Grossglockner Hochalpenstrasse

Die ich dann mit eigenen Präferenzen abänderte, bis ich dann „Meine erste Tour“ geplant hatte.

Als dann meine HR-Kollegin zu mir kam und meinte ich müsste ein paar Überstunden abbauen, mein Chef meinte ich kann gerne nächste Woche 4 Tage am Stück frei haben und meine Frau mit den Kinder auf Sommerfrische auf mich verzichten könnte, war klar die Reise geht am 24.8. los – für Weltenbummler sind zwar 4 Tage „Pipifax“, aber für mich gab es vor Vorfreude kaum ein Halten.

7.40 verladen und auf den Autoreisezug nach Villach den ich um 13:30 verlassen hatte und rückblickend hätte sparen können, aber für 40.- Euro eigentlich ein Schnäppchen.

Schon nach einer guten Stunde, habe ich meinen ersten Pass geschafft.

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Freunde empfahlen mir den „Passo Rest“ unbedingt zu fahren, aber mit dem geborgen Navi eines Arbeitskollegen, hatte ich am Anfang so meine liebe Mühe, der mich meist durch noch so jede kleine Seitenstraße von italienischen Dörfern durchlotste.

Das sollte der berühmte Rest Pass sein, dachte ich mir und war schon gedanklich auf dem Weg nach Cortina d’Ampezzo war der jetzt eher linkerhand, also Westlich lag.
Plötzlich ein Wegweiser „Passo Rest“ nach rechts, na gut und dann eben rechts, ich hab ja keine Termine.

Und tatsächlich der Rest Pass war wirklich eine Reise wert, die engen Kehren und kein Verkehr, perfekt!

Am frühen Abend für ich gerade in Ampezzo ein und sah einige Personen aus einer Pizzeria kommen, also muss die offenbar gut sein dachte ich und suchte mir ein Quartier, das auch schnell gefunden war.
Geduscht und frisch machte ich mich zurück zur Pizzeria, zufällig war gerade das CL Spiel in Udine, 70km entfernt live im TV, die Stimmung war dementsprechend.

Am nächsten Tag begrüßten mich schon die ersten Ausläufer der Dolomiten.

So wacht man in Ampezzo auf.

 

Um 8 Uhr gab es kein Halten mehr ich fuhr noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Ampezzo an und dann den Weg zu den Dolomiten.

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Jede Möglichkeit um die Dolomiten habe ich reichlich ausgenutzt, so auch den 11Euro teuren Weg der „Strade Panoramica“ der mich auf 2333m ü.M. führte.

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Kurz nach Mittag machte ich mich auf den Weg zum Grossglockner, den ich nach einer Eispause via Lienz schnell erreicht hatte und schon von Heiligenblut aus sehen konnte.

Heiligenblut & der Grossglockner

Abendessen wurde natürlich auf der Edelweißspitze eingenommen, um dann erholt ins Hotel in Karprun einzuchecken und um auch gleich wieder „auszuchecken“, da ich ja um 4:30 da Hotel verlassen werde, wo noch keiner an der Rezeption sitzen wird.

Vor Aufregung, natürlich schwer eingeschlafen und erschöpft den Wecker um 4Uhr abgedreht, frisch gemacht, warm angezogen und wie geplant um 4:30 abgefahren, Punkt 5Uhr beim Schranken zur Grossglocker Strasse gestanden und bei lauschigen 11°C alleine raufgefahren und um 5:20 oben angekommen.

5:20 - 11°C

Laut allen Vorhersagen, sollte die Sonne in 50min aufgehen, na ich bin gespannt, noch ist nichts zu sehen.
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Doch dann, welch Überraschung wurde es doch immer heller.

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Diese unglaubliche Stimmung wurde abrupt unterbrochen, als ein älterer Herr der offenbar in seinem Bus oben übernachtete, aus seinem Fahrzeug ausstieg und seine Morgentoilette im Freien verrichtete.

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Und dann war es soweit.

Unglaublich schön

Nun also schnell weiter, denn beim „Hochtor“ wo das ursprüngliche Foto gemacht wurde, müsste es ja nun möglich sein, das Foto nachzustellen, leider aber war bei mir nur diese Aussicht möglich.

leider nicht auf der Kärtner Seite

Dann ging die Reise noch weiter via Sölkpass, Nockalstrasse und nach einer kurzen Übernachtung fuhr ich entgegen meinen Plänen nicht mit dem Autoreisezug sondern „selbst“ zurück, somit war ich nicht gegen 23Uhr in Wien, sondern schon um 13Uhr zu Hause und bin effektiv 3 Tage gefahren.

Geplant waren 770km, tatsächlich bin ich dann mit allen „Umwegen“ (gibt’s beim Motorrad Fahren überhaupt ein „Verfahren“?) doch für mich unglaubliche 1349km gefahren.

Die Familie ist dann auch recht bald wieder zu Hause angekommen und der Alltag hatte einem ganz schnell wieder im Griff.

Tja und wenn ich glaube, das alles war nur ein Traum, dann geh ich zum Bike und fang an zu putzen.

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eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen...

Das war meine erste Tour und der dazugehörige Reisebericht, als nächstes möchte ich noch den Schnee auf der Grossglockner Hochalpenstrasse sehen und freu mich auf weitere zahlreiche Teilnehmer.

Lg
Christian

PS: Effektiv bin ich dann diese Strecke 2011 gefahren.
(Umwege kann ich auf Grund eines fehlenden GPS Trackers nicht einzeichnen)