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RdGA Tag 10 – Edelweißspitze – Manjago

Uhhhaaa! – wer hat denn unseren Vorhang nicht ordentlich zugezogen, denk ich mir „mitten in der Nacht“ denn die ersten Sonnenstrahlen wecken mich unsanft. „Guten Morgen“ ruft mir mein Zimmergenosse entgegen, der offenbar schon länger wach und online ist. „Bitte mach die Vorhänge zu und ich schlaf noch eine Runde“, sag ich nur kurz und verpasse diesmal die Sonnenaufgangsstimmung. (Die Fotos gibt’s hier auf Andreas seinem Beitrag zu diesem Tag: Verkehrs Chaos / ON-Tour Tag 4)

Eine Stunde später, ein weiterer Versuch „Kum, fahr ma!“. Leider aber habe ich keinen Bock da raus, da war es saukalt und mir steckte der Vorabend noch in den Knochen. (Rückblickend tat es mir leid, denn wir haben sicherlich das Beste verpasst, wegen mir.)

Gegen 9Uhr haben wir ich es dann geschafft aufzustehen und um 10Uhr abfahrtsbereit zu sein. – Mir steckten die KM der letzten Tage mehr als in den Knochen und da ich heute kein Pflicht- sonder nur Kürprogramm hatte, war ich wenig motiviert. Abgesehen von dem letzten Foto das mir noch fehlt, um sicherzustellen, dass ich die Top 10 Alpenpässe gesehen habe.

Gestartet sind wir von der Edelweißspitze talwärts in Richtung Norden. Schon bei der Hinunterfahrt haben wir gesehen, was für ein Verkehr uns gleich erwartet wenn wir wieder rauf fahren. Bei der Talfahrt wurde ich fast zwei Mal von entgegenkommenden Fahrzeugen, die eigentlich auf meiner Spur fuhren abgeschossen. – Wenn ich das unbeschadet überstehe, dann spende ich 50.- Euro in Mariazell. (hier folgt der Link zur Spendenaktion)

 

Um Punkt 11 Uhr waren wir am Hochtor und ich konnte nicht nur ein Foto von Andreas, sondern auch eines mit mir am Hochtor machen lassen.

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Somit hatte ich es geschafft, alle Top 10 Alpenpässe in 10 Tagen abzufahren 😉

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Wer schon die Maut für die Großglockner Hochalpenstrasse bezahlt hat, der fährt auch bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und macht ein oder zwei Fotos mit dem Großglockner, so auch wir, und das ganze bei Kaiserwetter!

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Nach der Verabschiedung des Kolonnenverkehrs am Großglockner, fuhren wir nach Lienz wo wir auch gleich beim SPAR uns das Mittagessen kauften. Noch immer nicht sehr motiviert, oder einfach noch Hundemüde von der Tour, versuchte ich etwas Zeit zu schinden und kaufte uns beiden noch ein Eis. (Anmerkung: Eis #1)

Beim ÖAMTC in Lienz richte der Freundliche Mechaniker irgendwas an Andreas sein Bike (Andi, was genau war das?), danach ging es nun aber ohne Verzögerung in Richtung Dolomiten. Offenbar war an diesem sonnigen Tag alles auf den Beinen bzw. in den Fahrzeugen und auch so, war es kein großer Fahrspaß in Richtung Cortina d’Ampezzo. – Später am Abend erfuhren wir, es war die letzte Urlaubswoche der Italiener.

Bei der Cristallogruppe haben wir noch ein paar Fotos für den La-Ce Jahreskalender 😉 geschossen.

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Die Strecke von Cortina d’Ampezzo nach Pieve di Cadore, war doch etwas mühsam und bei einem Italienischen Cappuccino rasteten wir in der Italienischen Sonne. Als ich dann noch Passanten mit einem Eis sah, gab es für mich kein halten und ich schlug wieder zu. (Anmerkung: Eis #2 – sehr gut!)

Nach der Stadtausfahrt änderte sich die Straße schlagartig und wir „düsten im Sauseschritt“ bis nach Maniago, also die Strecke war dann wirklich Bikerfreundlich. In Manjago haben wir eine nette Pension gefunden, der Besitzer hat das gleiche Motorrad wie Andreas. Italiener unter sich.

Nach dem Abendessen gab es, wen wunderst es Eis #3 – das Zweitbeste an diesem „National Ice Cream Day„.

RdGA Tag 9 – Bergün – Edelweißspitze

Mehr als erholt, hoffte ich das sich das Wetter gebessert hat und mir wie die Woche zuvor die Sonne ins Auge stechen wird, wenn ich die Vorhänge aufmachte. Leider aber war der Himmel noch immer Wolken behangen, wenigstens der Regen war weg. Aber ich freute mich auf tolle Pässe und meinen Freund Andreas heute auf der Edelweißspitze zu treffen.

Der Albulapass hat eine 4 von 5 Sternen Bewertung (Link), jedoch erlaube ich mir heute keine Wertung dessen, denn ich bin nur froh, daß ich überhaupt was sehe bzw. heil oben bei knappen 2°C angekommen bin.

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Offenbar bin ich einfach viel zu früh gestartet, denn auf der Ostseite des Passes, wurde es bereits sonniger und die Aussicht besser. Kurz vor dem Lago Bianco machte ich dieses nette Foto, daß schon fast Postkartenqualität hätte, würden die Wolken der Sonne weichen.

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Rückblickend war es am Berninapass zwar windig und recht kühl, dennoch freu ich mich, daß ich diesmal ein Foto ohne Helm habe und offenbar besser gelaunt bin als vor einer Woche als ich hier in die Gegenrichtung fuhr.

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Auf dem Weg zum Stilfser Joch, das ich unbedingt von der Seite Bormios sehen und anfahren wollte, passierte ich vorher die Grenze am Forcola di Livigno und danach der Passo d’Eira.

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Nun sollte das Stilfser Joch / Passo dello Stelvio, die „Königin aller Passstraßen“ folgen und diesmal von der angeblich spektakuläreren Seite aus. – Ja, der Pass hat schon was zu bieten.

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Rückblickend muß ich sagen, daß ich den Jungs von Top Gear nicht recht geben kann, bei der Auswahl der „World’s best driving Road“ (Link) da es meist nur Gas-Bremen-Gas in sehr kurzen Abständen ist und für mich die Straße nicht gesperrt wurde und ich mit hunderten Ausflüglern kämpfen musste. – Dennoch sollte man diese Straße gesehen haben.

Nach dem Mittagessen auf dem Stilfer Joch, geht es weiter zum vorletzten meiner Top 10 Alpenpässe, dem Passo di Gàvia bzw. Gaviapass. – Wie soll man ein Foto mit der Anzeige Tafel machen, wenn diese vollgeklebt ist, dann weiß ja keiner wo das aufgenommen ist, tztz.

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Somit fehlt mir nur noch das Hochtor am Großglockner, also weiter geht’s durch die Dolomiten richtung Österreich. Eine sehr schöne Fahrt war es vom Passo del Tonale in Richtung Lana und Meran.

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Ein rechts kommendes Auto, schaute offenbar nur nach rechts und startete los, ohne zu sehen, daß ich von links komme. Das Auto verfehlte meinen Hinterreifen nur um Haaresbreite. Nochmals Glück gehabt!

Am Jaufenpass bemerkte ich, daß es mit 18Uhr sicherlich zu spät ist, jetzt noch gemühtlich durch die Dolomiten zu fahren, daher hatte ich beschlossen, die Edelweißspitze nun direkt anzufahren. Aber was musst ich da lesen, noch 2 1/2 Stunden bis zum Ziel.

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Um 19:30 betrat ich wieder Österreichischen Boden und kontaktierte mal meinen lieben Freund Andreas, ob der schon losgefahren ist. *hihi*

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Zwar gut angekommen, schilderte er mir, welche Odysee er heute (wegen mir) erlebte und er bereits auf der Edelweißspitze angekommen ist. – Gestern dem besten Freund Druck gebacht weil er nicht kommen wollte und heute dafür ein schlechtes Gewissen haben, das zahlt sich nicht aus.

Notitz an mich:

Was du nicht willst, daß man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu. – Also dräng niemanden, sonst hast ein schlechtes Gewissen und musst im Internet auch noch das lesen: Auf geht’s / ON-Tour Tag 3

Und ich durfte hierfür auch gleich Buße tun. Ich schaffte es 10min bevor die Einfahrt zur Großglockner Hochalpenstrasse zusperrte die Einfahrt. Die Kassiererin lachte nur als ich Ihr sagte, daß ich jetzt noch auf die Edelweißspitze fuhr und merkte an, daß es saukalt wird und man auf Grund des Nebels nix sehen wird.

„Na Bravo!“ Dachte ich, wer hat denn diese Scheiss-Idee gehabt, daß wir uns im Romantik äh Komfortzimmer treffen? – Behalts für Dich, dachte ich nur, der Andi ist für Dich bei Regen durch halb Österreich gefahren. Also Klappe halten, Arschbacken zusammenkeifen und weiter geht’s.

Ab der hälte cirka, war es nicht nur saukalt (Anmerkung: 1,5°C), ich hab dann auch nie weiter als 20/30m gesehen. Eigentlich hätte ich mir schon erwartet, daß der Andreas mit einem Suchtrupp mir entgegenkommt, aber nix, muttersehlen alleine, kurfte ich am Hochtor vorbei, obwohl ich doch mein letztes Foto bräuchte, fuhr ich weiter. Die letzten Serpentienen auf die Edelweißspitze hatten es in sich, permanente Selbstblenung durch den Nebel. War ich 2 Jahre zuvor an einem Augusttag der erste der auf die Edelweißspitze fuhr, so war ich heute der letzte.

Erleichtert angekommen, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit meinem Freund und eine warme Suppe vom Hüttenwirt.