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123 Runden Rennen von Stardesign am Pannonia-Ring

Im Laufe des Lebens lernt man immer neue Leute kennen. (Nanonana ist halt so) Auf witziger Weise ist Ingo auf einmal da gewesen. (Kurzfassung: Auf dem Webportal willhaben.at was verkauft. Meine Motorräder in der Garage gesehen. Telefonnummern über meine Frau ausgetauscht. 19 mal telefoniert, einmal zum Motorradfahren getroffen. 5 Wochen später 123 Runden-Rennen.)
Also auf ins Abenteuer, fünf Männer ein Team, (bis auf Ingo alles Fremde) mit einer 18 Jahre alten Yamaha Thundercat und in einer körperlichen Verfassung das Schach eigentlich die richtige Sportart für mich wäre. (Ingo ist bei der Berufsrettung, der wird schon die richtigen Kontakte haben, dass ich im Fall der Fälle gut versorgt werde.) Dafür aber technisch super vorbereitet. (habe mir neue Slicks gekauft und das Fahrwerk der Alten Dame auf hart gestellt.) geht’s mit der ganzen Familie Richtung Sarvar- Pannonia-Ring. Frau und Kinder machen Badeurlaub. Papa fährt mit Gleichgesinnten ein Langstreckenrennen.

2012 hatte ich mir ja den den Kies am Pannonia-Ring genauer angesehen (die Story dazu: Lowsider Crash am Pannonia-Ring) und ein Monat im Rollstuhl verbrachte, habe ich den Vortag zu Trainings-Zwecken dazu gebucht. Bewundere an dieser Stelle jeden Sportler (Ski, Auto, Motorrad oder was auch immer), der einen Unfall hatte und gleich wieder Bestzeiten herausfahren kann. Die ersten Turns waren dementsprechend eine Herausforderung. Das ich nicht gleicht am ersten Tag in eine große Depression verfalle habe ich den Transponder vorsichtshalber im Auto gelassen. Das Niveau der Hobby Racer hat sich in den letzten Jahren extrem gesteigert. Die Konkurrenz in der B Gruppe hat mich im wahrsten Sinne des Wortes „verblasen“ ich hatte keine Chance. Das einzige was da hilft, dem restlichen Team irgendwie mit Witz zu erklären, dass wir das ja eh nur zum Spaß machen und der letzte Platz ja auch eine super Leistung wäre.
Am Nachmittag habe ich ja noch zwei Turns vielleicht geht da was. Ich finde wieder mein Selbstvertrauen zwischen Kurve 8 und 12 zurück. Trotz Hitze 36°C Grad und leichten Ermüdungserscheinungen wurde der Nachmittag immer besser. Auch meine Runden Zeiten wurden fast schon vorzeigbar.

Renntag: Die restlichen Teamkollegen reisten in der Nacht an. Das Berufsrettungsteam war somit vollständig. Ingo (Honda CBR600) Helmuth (Yamaha R1) Michi & Patrick (beide auf einer Suzuki GSX-R 750) und meine Wenigkeit auf meiner alten Yamaha YZF600R Thundercat. Am Vormittag waren zwei Trainingsläufe angesagt und danach Qualifying. Da Ingo, Helmuth und ich schon am Vortag gefahren sind, haben wir unserer Trainingsläufe Michi und Patric überlassen und uns aufs Qualifying vorbereitet. Mein Gedanke die zwei holen die Bestzeit und ich drehe 3 gemütliche Runden zum Aufwärmen. Aus irgendeinem Grund holte ausgerechnet ich die Bestzeit für unser Team. Startplatz 50 von 50, nicht gerade eine Glanzleistung aber im Nachhinein gar nicht einmal so schlimm. In der Mittagspause beschlossen wir, dass Ingo den Start fährt, Helmuth als zweiter danach ich und dann Michi und Patrick als Vierter und Fünfter. Eine halbe Stunde vor Start merkte man deutlich wie im ganzen Fahrerlager auf einmal die Stimmung von wir sind hier um Spaß zu haben auf Adrenalin und männlicher Ehrgeiz gefolgt von hektischen Treiben kippte. „Mann“ fühlt sich wie ein Teil vom Ganzen. Motorrennsport live und nicht als Zuschauer. Mitten drinnen als nur auf der Tribüne. Gedämpft nur durch dunkle Wolken und der Wettervorhersage, dass uns eventuell ein Ausläufer des Gewitter erwischen könnte. Vollprofis wie wir sind, sind Regenreifen für uns ein Fremdwort, denn unser Serviceteam besteht aus Freunden und Familie, sowie einer Werkzeugkiste, dennoch entschlossen wir uns die Strategie zu ändern. Egal was komme wir bleiben draußen und fahren das Ding ohne Risiko und ganz wichtig, ohne Unfall bis zum Schluss.

Start versemmelt und Ingo`s Maschine streikt, dass er nur durch anlaufen sie wieder in Gang brachte, hätten wir einen guten Startplatz, hätten wir uns geärgert. Nach der zweiten Runde traf uns das Gewitter dann doch mit voller Wucht.

Saftycar: Alle Profiteams und Möchtegern Rossis wechselten auf Regenreifen. 10-15 übermotivierte schossen sich selber ins Aus und siehe da wir waren in den Top 20. In unserer Sternchengruppe + (Amateur Klasse über 699cc) waren wir sogar für kurze Zeit auf Platz zwei. Ab Runde 15 wurde das Wetter auch wieder besser und so ab der 30-sten auch wieder trocken. Jetzt trennte sich die Streu vom Weizen. Da wir unfallfrei und ohne großer Unterbrechung auf der Strecke blieben habe wir ein paar Runden rausfahren können.
Es wurde der undankbare aber ausgezeichnete 4 Platz in der Sternchengruppe. Fürs erste Langstreckenrennen eine super Leistung. Großes Lob auch an Stardesign für die tolle Veranstaltung. Als schneller Straßenpilot und langsamer Ringamateur ist das Niveau schon sehr anständig. Mit einer Zeit von 2:10 Minuten kommt man halt nicht mehr auf`s Stockerl.
Wegen dem Chaos beim Start und Regen haben wir wenig Videomaterial. Aber urteilt selbst.

Ach ja und das Rennfieber hat mich auch wieder gepackt. Nächstes Jahr werde ich mich mal öfters auf einer Rennstrecke blicken lassen und zu 99% wieder am 123 Runden rennen teilnehmen. THANKS Ingo und dem Rest des Teams für die großartige Erfahrung.

Yamaha YZF 600 R Thundercat

Komfortabel aufs Abstellgleis gerollt? Interessanterweise offenbart der Blick ins Test-Fahrtenbuch der Yamaha YZF 600 R auf den ersten Blick nur Positives: Mit effizienter Verkleidung, zivilen Motorlaufeigenschaften und erstklassigen Bremen beeindruckte Yamahas neuer Sportstern im Jahr 1996 die Testcrew von MOTORRAD. Doch dann spuckte die Waage das Gewicht der Thundercat aus: üppige 223 Kilogramm, bis zu 15 Kilo mehr als die Konkurrenz – damit war die Yamaha in der Rennstreckenwertung schnell durchgereicht und firmierte hier fortan unter „ferner liefen“. Anstelle das Image durch feine Modellpflege zu verbessern, entschied sich Yamaha, dem Wettrüsten in der 600er-Supersportklasse mit dem komplett neuen Modell YZF-R6 zu begegnen.

Der Thundercat wäre nun eine Laufbahn als superber Sporttourer beschwert gewesen, wenn da nicht ab 1998 mit der halbverkleideten und deutlich günstigeren Fazer die Konkurrenz aus eigenem Hause herangewachsen wäre. So blieb der 600er nur ein kurzes Gastspiel vergönnt. Bereits 2002 verschwand der Vierzylinder wieder aus dem Programm. Als Secondhand-Offerte bleibt sie allerdings erste Wahl für diejenigen, die auf der Suche nach einem wendigen Tourensportler sind und sich eher auf langen Straßentörns als bei kurzen Sprints auf der Rennstrecke wohlfühlen. Denn mit vergleichsweise hoch montierten Lenkerstummeln, einer bequemen Sitzbank und dem effizienten Windschutz verwöhnt die YZF 600 R in diesem Segment mit reichlich Komfort. Passend dazu bietet das Fahrwerk einen äußerst praxistauglichen Einstellbereich.

Plus
  + Motor kultiviert und laufruhig
  + Fahrwerk komfortabel und auf alle Belange einstellbar
  + Bremsen erstklassig und standfest

Minus
– Gewicht für einen Sportler zu hoch
– Gebrauchtangebot sehr klein
– Kurze Service-Intervalle von 5000 Kilometern

Daten

  • Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor
  • 599 cm³
  • 72 kW (98 PS) bei 11500/min
  • Gewicht 223 kg
  • Sitzhöhe 810 mm, Tankinhalt 19 Liter
  • Höchstgeschwindigkeit 234 km/h
  • 0–100 km/h: 3,6 sek
  • Verbrauch 6,3 Liter/100 km
  • Normalbenzin