Dolce Vita in Bella Italia muss man sich hart erarbeiten. / Grado’13 – Tag 6

Hörst du nicht die Heimat rufen? Alle Beteiligten freuten sich auf zu Hause. Drei Tage/Nächte in Grado reichten einfach.

Geplante Route: Wir heizten über die Autobahn nach Villach, (…..)

Der Wetterbericht prophezeite Regen in fast ganz Österreich. „OH NEIN nicht schon wieder.“ In meinen Kopf rannte der Film Mariazell – Liezen ab. Diesmal aber mit Forstinger Regengwandl und Christian an meiner Seite. Auf geht’s: “ heutiges Ziel vor Dunkelheit Mödling erreichen“. Auf den wenigen Kilometern Richtung Udine konnten wir eine gute Zeit raus fahren. „FUCK“ Die ersten Biker kamen uns mit Regengewand entgegen.

Kurzer Tank-Stop und Lage Besprechung. (€ 1,95 für den Liter Super / die Spinnen die Itaka) Plan Änderungen: Villach Autoreisezug – Verladung 12:10.

Hopp Los, wir brauchten einen Schnitt von 120km/h das wir rechtzeitig am Bahnhof ankommen. Im Glauben alles wasserdicht gemacht zum haben, rasten wir Richtung Österreichischer Grenze. Rocken Roll, ich gab das Tempo an.

Kennt ihr das wenn man von der Ferne die Wetterschneide schon erkennt. Segler oder Hobby Flieger weichen aus. Am Motorrad im Zeitdruck gibt’s nur eines, festhalten und durch…

RegenrichtungVillach

Ein italienisches Adria Gewitter vom feinsten mit meinen neuen Lieblings Wort. „Stark Regen“ Die Regentropfen trafen mich so hart und laut das ich nicht einmal mehr die Music aus den Kopfhörern hörte. Wahnsinn was da vom Himmel runter kam. Diesmal war ich in kürzester Zeit trotz Regenhaut bis auf die Unterhose nass. Ach ja die Alpinestars-Stiefel sind absolut wasserdicht. Sie lassen kein Wasser rein (außer von oben) und in unserem Fall auch keines mehr raus. (Tipp: Bei Regen „Sorry – Stark-Regen“ Hose nicht in die Stiefel stecken)

Im Hintergrund nur einen Gedanken: “12:10 Bahnhof Villach – 120km/h im Schnitt, wenn wir das nicht schaffen, müssen wir weitere 350 Kilometer im Regen runter radeln, in Kärnten übernachten oder die Bikes stehen lassen und nächste Woche abholen“. NIX-DA Maximale Geschwindigkeit! Natürlich im Rahmen von Sicht und Aquaplaning ( wusste nicht, dass es so etwas gibt beim Motorradfahren)

In einen Tunnel holten wir unsere Frauen wieder ein, die uns bei unseren Tank/Besprechung/Wetterfest Stop überholt hatten. Meine liebe Rennfahrerin die fast immer zu schnell unterwegs ist, erzählte mir zu Hause das sie uns nicht nachgekommen ist. (Inklusive Standpauke) Wir waren wirklich am Limit, auf der gesamten Strecke hatte uns keiner überholt. (Dumm und Leichtsinnig)

Endlich kamen wir am Villacher Bahnhof an. Perfektes Timing 12 Uhr und 4 Minuten. Christian stürmte den Bahnhof, dass zwei Omis vor Schreck fast in Ohnmacht fielen. Die nette ÖBBlerin hinter dem Schalter hatte weniger gute Nachrichten für uns: „ Alles Voll, der letzte Platz ist gestern verkauft worden, aber fahrt einmal zum Verladener nach hinten vielleicht bringt der die zwei Motorräder noch unter. Gesagt getan, gebettelt gefleht, mit einen riesen Glück durften wir noch mit am Zug. 3 Minuten später wäre unser Platz an einen unfreundlichen Alfa Spider Fahrer gegangen. (Sorry)

OEBBverladung

Rückblickend einer der schönsten Bahnfahrten meines Lebens. Von Villach bis Wien hat es fast durch geregnet. „Lach“ Wir mussten so gestunken haben, das die Plätze neben uns leer blieben. (Leute saßen schon im Gang am Boden.)

Wollte meiner Italienerin ihre Heimat zeigen… Dabei hat sie gelitten wie noch nie. Dolce Vita in Bella Italia muss man sich hart erarbeiten. Die Aprilia ist wahrlich keine Reise-Enduro. Aber meiner Meinung für so kleine Touren mit guten Straßen, das perfekte Motorrad.